Bang & Glück. Es gibt diese Momente im Leben, die fühlen sich ein wenig so an, als ob alles sich fügen würde, was sich schon lange hätte fügen wollen, aber nicht konnte, weil man eben irgendwie schief in der Gegend rumstand und sich alles nicht fügen konnte, so wie es hätte wollen.
So staunte ich auch gar nicht, als mir heute auf dem Flohmarkt ein Mann mit slowenischem Akzent (ich weiss nicht ob der slowenisch war, vielleicht war es auch Ljubljanaisch) für ungefähr hundert Schweizerfranken ein schönes Compactdisc-Abspielgerät von der, sich im Hochpreis-Segment angesiedelten, dänischen Unterhaltungselektronikfirma Bang & Olufsen verkaufen wollte.
Ich konnte das Gerät namens BEOGRAM vor Ort testen, der Ljubljanaianer meinte alles sei tiptop, ich meinte dann, dass da einige Tasten nicht mehr funktionieren würden (was solange der Wahrheit entsprach wie man diese nicht berührte), die Fernbedienung fehlen würde (was der Wahrheit entsprach, denn es gab niemals eine zu diesem Gerät) und schwang mich anschliessend auf mein neu geöltes Fahrrad und fuhr fünfzig Franken ärmer und 5 Kilo schwerer nach Hause.
Da hier schon ein Beocenter 7700 für die Abspielbarkeit von Schallplatten wohnt, ergänzt dieses neue Designstück, abgesehen von der Optik, meine Tonwiedergabestelle um meine CompactDisk-Sammlung abzuspielen. Denn ich habe noch keine Putzfrau gefunden, welche mir alle diese digitalisieren würde.
SoundRacer im Luigi-Test. Nur für Männer geeignet. Frauen, ÖV-Freaks und Greenpeace bitte wegschauen.
Der SoundRacer funktioniert so: man steckt das überteuerte Ding in den Zigarettenanzünderdings, stellt beim Radio die gleiche Frequenz wie auf dem SoundRacer ein (und guckt darauf, dass auf dieser Frequenz sonst nichts kommmt, häkäm), schaltet in den Leerlauf, gibt Gas bis es einmal piepst, geht runter vom Gas auf den Leerdrehmoment (keine Ahnung ob der so heisst, klingt aber geil) und wartet zwei Pieps ab. Fertig ist der akustische V8-Fahrspass.
Das Ding macht kurz mal Spass, Boxenluder würden darauf abfahren (meinte der Kameramann @schtift). Wer will, kann diesen Potenzsteigerer gerne mal bei mir ausleihen. Vom Kauf rate ich an dieser Stelle gerne irgendwie ab.
Tweets voll so offline vorlesen. Für einmal eine Erfindung aus Deutschland. Was ist überhaupt an Twitter so toll? Es gibt schätzungsweise etwa 10(0) Gründe. Einer davon ist der, dass man Lebensweisheiten in Kurzform auf dem Timeline-Teller präsentiert bekommt. Wenn man auch den Richtigen followt.
Aus diesem einen Grund entstand auch die Idee, Tweets mal in einem gehobeneren Rahmen als handylesend auf dem Klo zu präsentieren. Die Wortgourmets @HappySchnitzel (goldig paniert), @marthadear (sildbrig schimmernd), @PickiHH (kaugummikauend) und @bjoerngrau (gräuste Maus unter den Plappergeien) haben aus einem Schatz von erlesenen Wortkünsten die bezaubernsten herausgesucht und sind damit in die Schweiz geflogen. Ich und @madial wurden flugs als Praktikanten angeheuert und versuchten uns in der höheren Sprache (ich fiel durch).
Im Sphères, im passendsten Umfeld Zürichs wohl überhaupt für eine solche Lesung, wurde die erste Twitterlesung der Schweiz also abgefeuert. Obwohl die Probe am Nachmittag mit genügend Champagner eigentlich auch auf Video festgehalten hätte werden sollen, wurde aus der scheinbar bislang perfektesten geplanten Lesung von Tweets ein herzlich gelungener und voll besuchter Abend - oben erstmal die ungeschnittene Version des Livestreamings (welches zwischendurch mal über 200 Zuschauer zusätzlich gehabt haben soll). Mehr Infos, Fotos und alle Sponsoren findet man auf twitterlesung.ch. Aber was schreib ich hier, wenn ihr das Video oben anschauen könnt? Eben. Beginnt einfach bei Minute 24.
Liebe Sue, Anne, Tina und Björn - danke, das war perfekt umwerfend schön mit euch. Und sorry für meine Patzer - die waren Absicht. Denn ich war ja schliesslich Praktikant. Bis bald in Berlin!