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  2. Zeitumstellung - eine historische Plage

    Es gibt viele sinnlose Dinge, die wir Menschen tun, weil wir sie immer taten. Historisch bedingt stellt man in der Schweiz und Deutschland und den umliegenden Ländern auch heute noch zweimal im Jahr die Uhren vor und wieder zurück. Vor und wieder zurück. Jahr für Jahr. VOR UND WIEDER ZURÜCK!

    Viele von uns wissen nicht mal genau, warum wir das denn tun, dieses Zeit umstellen. Die zusätzliche Umstellung heisst Sommerzeit oder besser verständlich in Englisch “Daylight Saving Time (DST)”. Genau, die Grundidee war die, dass man das Tageslicht besser ausnutzt. Zum arbeiten natürlich, wozu sonst. 

    Nebst dem Argument, dass man das Tageslicht ausnutzt um zu arbeiten, rechtfertigte man die Einführung der Sommerzeit auch damit, dass man so Energie sparen kann. Doch der Beweis dafür blieb bis heute aus. Einige wissenschaftliche Studien zeigen sogar auf, dass der Mensch im Extremfall mehrere Monate braucht um sich an die Umstellung auf die Sommerzeit gewöhnen zu können. Schlaflosigkeit und Hormonschwankungen sind die Folge. So kann man den Sommer richtig geniessen, nicht?

    Wer morgen Montag an einem Bauernhof vor der Melkzeit vorbeikommt, der wird ein lautes Muhen hören: Kühe brauchen bis zu 2 Wochen, bis sie sich an die umgestellte Melkzeit gewöhnt haben.

    Wer diese Nacht im Zug zwischen 2 und 3 Uhr unterwegs war, konnte unter Umständen eine verdoppelte Reisezeit geniessen. Oder nicht: “Züge, die in dieser Stunde unterwegs sind, werden in einem geeigneten Bahnhof eine Stunde lang angehalten. Dadurch kommt der Zug laut Fahrplan zwar pünktlich an, die tatsächliche Reisezeit erhöht sich aber trotzdem um eine Stunde.” (Wikipedia)

    Ein enormer Logistikaufwand für die ganze Wirtschaft, Mensch und Tiere leiden darunter und es gibt gar keine Gründe, die für die Sommerzeit sprechen? Warum ändert das niemand?

    Weil es alle so machen. 

  3. Lieber David,

    zuerst wollte ich mit «hallo David» beginnen. Doch da wir uns nun doch seit 33 Jahren kennen, wäre das leicht zu unpersönlich gewesen. Ich wollte dir schon lange mal einen Brief schreiben, jetzt komme ich endlich dazu (ich war zu beschäftigt, aber dir ging’s wohl ähnlich).

    Ich arbeite nun seit Anfang Jahr bei MySign, aber das weisst du ja bereits. Angestellt bin ich als Art Director und Webdesigner. Unterm Strich mache ich das Internet schöner. Und manchmal auch sinnvoller. Zumindest versuche ich das, es ist nicht immer einfach. Doch ich tue mein Bestes, wie ich’s von dir gelernt habe. Sowieso: du warst immer mein Vorbild und wirst es auch hoffentlich noch lange bleiben. Wir haben ein super Team da und es macht richtig Spass, jeden Tag nach Olten (jaja, ich weiss) zu fahren und dort coole Projekte zusammen mit tollen Menschen durchführen zu können.

    Natürlich läuft nicht immer alles rund. Doch das wäre ja auch langweilig. Eine Firma wächst nicht zwangsläufig in der Mitarbeiter-Zahl, sondern auch in ihrer Qualität, im Groove und in der Leidenschaft. Ich habe schon viel gesehen, doch in unserer Agentur sind wir auf dem richtigen Weg.

    Wie geht es eigentlich deiner Familie? Man hört und liest so nichts über eure Tochter Lou. Und wo bleiben die Fotos auf Facebook? Als ich euch letztes Mal sah, konnte ich wirklich nicht verstehen, warum ihr das alles so geheim hält. Sie ist ja zuckersüss! Ihre niedlichen Locken die sie mit sieben Monaten bereits hat. Und wie wach sie ist. Haha, und als sie mich anlächelte. Irgendwie ist sie doch einfach wundervoll. Ich bin ja gespannt, was sie als Erstes plaudern kann. Hach, du bist wirklich ein Glückspilz.

    Hier auf dem Lande beginnt der dicke Nebel am morgen wieder. Wenn ich aufstehe, finde ich manchmal nicht mal mehr bis ins Bad, so dicht ist der. Ich mache mir dann manchmal vor, dass ich in einem riesigen Hamam sei und dieses nach neusten medizinischen Erkenntnissen eben mit kalter Luft betrieben wird. Das sei gesünder für’s Herz. Ich mag den Herbst ja schon ein bischen, aber der Sommer war mir dieses Jahr definitiv zu kurz. 

    Nun, wir sehen uns ja bestimmt noch vor Weihnachten. Lass mal von dir hören. Bis dahin lese ich im Stillen deine manchmal etwas komischen Tweets und Facebook-Posts. Haha, nun, eigentlich mag ich dich ja auch gerade deswegen so gut. Im Grossen und Ganzen. Also manchmal. Zwischendurch. Hehe.

    Mach’s gut. David

    PS: eine Frage noch. Warum um Himmelswillen machst du neuerdings einen auf Cowboy? Deine Posts wirken so… so distanziert, wenn du’s nicht selber bist auf dem Foto. Oder ist das etwa genau die Absicht? Ach egal. Howdy, Cowboy.

  4. Leben für die Aliens. Wir bewegen uns durch den Alltag und sind online. Unser iPhone ist nichts Exklusives mehr, aber immer noch das beste Smartphone. Es ist unsere kabellose Nabelschnur zu den Internetmitmenschen da draussen. Kleine quadratische Fotos verstecken sie, diese, von denen wir mehr zu erahnen meinen als wir tatsächlich wissen. Texte täuschen uns ein Bild über sie vor. Missverständnisse, Botschaften zwischen den Zeilen die gar nicht da sind, unglücklich formulierte Meinungen oder einfach nur zwangsläufig abgeschickte Platzhalter um Aktivität vorzugaukeln. Wir berieseln uns via Kopfhörer mit Musik die unsere Umwelt übertönt, wir sehen statt aus dem Zugfenster die neusten Blogbeiträge zu unseren Lieblingsthemen an und tauchen am Arbeitsplatz in unsere Software ab.

    Andererseits leben wir in einer Zeit, in der sich technische Automatismen noch nicht so weit entwickelt haben, dass Meldungen wie “Ihre Bestellung konnte nicht automatisch verarbeitet werden” von unseren Bildschirmen verschwinden. Computer brauchen nach wie vor fühlbare Zeit um Dinge zu verarbeiten. Wenn man so will, stecken wir diesbezüglich noch immer im Mittelalter der Computergeschichte fest. Die Industrie hält uns mit Automobil-Studien bei Laune und gleichzeitig längst Wasserstoff-Fahrzeuge im Hinterhof bereit. Doch solange da irgendwo noch Erdöl sprudelt dreht sich die Erde genauso weiter wie heute.

    Früher war es das “Jahr 2000”, welchem in Schulaufsätzen ganze Phantasiegeschichten gewidmet werden musste. Damals vermutete man weniger, dass sich die Informationsmöglichkeiten so explosionsartig entwickeln würden. Vielmehr füllten neue Autos, mächtigere Flugzeuge und moderne Behausungen die Zukunftsvisionen.

    Trends kommen und gehen, leben auf und verschwinden wieder. Alles ist ein Remix. Wenn sich das auch in Zukunft weiter so verhält, steuern wir geradewegs auf ein neues Hippie-Zeitalter zu. Diesmal ist es nicht die Regierung und die Gesetze von denen wir uns abwenden, sondern die Technik. Ein Gegentrend zu Burnouts, Internetsucht und dem trügerischen Gefühl zu Leben obwohl das Leben an einem vorbeizieht. Während man Blogposts wie diesen liest. Eigentlich alles logische Überlegungen. Nichts Neues. Aber es sind vielleicht Worte, die diese Macht in uns tief drinnen anstubst, welche Menschen dazu bringt, Dinge zu revolutionieren und unsere Erde zu beleben, ohne das allfällige Aliens auf Besuch verständnislos den Kopf schütteln würden. Amen.

  5. «Details folgen in einem Jahr.» Liebe Leser meines Blogs, meiner Tweets und Statusupdates. Wenn möglich versuche ich mein Wort zu halten. Darum schulde ich euch ein exakt jährliches Versprechen:

    Vor genau einem Jahr reiste ich zur letztjährigen Best of Swiss Web Award Night nach Zürich. Normalerweise trifft man da andere nette Menschen anderer Agenturen und schüttelt sich die Hände. So geschah das auch letztes Jahr. Nur war da eine Ausnahme namens Nicole Blum.

    Wir plauderten zweimal kurz zusammen. Einmal vor dem Event und einmal in der Pause. Natürlich hatte ich Nicole längst via Facebook gestalkt, alle ihre Fotos und Informationen ausspioniert. Ich wusste über sie, dass sie in einer Beziehung ist und gerade ein Haus gebaut hat.

    Nun, entsprechend unnervös konnte ich also im Angesicht dieser Chancenlosigkeit mit ihr plaudern, später verloren wir uns aus den Augen, die BoSW-Awardnight nahm ihren gewohnten langweiligen Lauf und ich liess mir immer mehr Rotwein nachschenken.

    Auf der Rückfahrt war ich genug angesäuselt um Dinge zu twittern, welche ich sonst wohl nicht getwittert hätte. Doch diese wunderschöne und irgendwie so bekannte Nicole ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Also schrieb ich diesen Tweet oben. 

    Weiter erzähle ich euch nicht, ihr Wundernasen. Nur soviel: Nicole und ich leben heute in einem neugebauten Traumhaus und haben bereits die schönste Tochter der Welt. 

    Die Hoffnung nie aufgeben, Glück ist geduldig. Danke Internet, danke Twitter. <3